Zündholzmuseum Grafenwiesen e.V.
 
   

Willkommen auf den Internetseiten des Vereins
„Zündholzmuseum Grafenwiesen e. V.“

Grafenwiesen, als ehemaliger Standort einer über 100-jährigen Zündholzproduktion hat seit Mai 2007 das 1. Zündholzmuseum Deutschlands.

Am Museumseingang in der Schönbuchener Straße 31, in der Nähe der katholischen Pfarrkirche, steht das größte Streichholz Deutschlands, Europas oder gar der Welt

BVGD Übrigens: Gästeführer oder Reiseleiter, die Mitglied im BVGD sind, erhalten mit ihrer Kulturkarte und ihrem Qualifizierungsausweis freien Eintritt ins Museum.

Im Kurpark unseres Ortes symbolisiert eine "Riesenstreichholzschachtel" der Sorte "Welthölzer" den Standort des Museums, bzw. der ehemaligen Zündholzproduktion.


Zündholzmuseum Grafenwiesen
Schönbuchener Str. 31
D-93479 Grafenwiesen

Geöffnet ab Ostersonntag, 27. März bis Sonntag, 30. Oktober 2016 jeweils Mi, Do, So u. Feiertage 14-16 Uhr - und vom 26.12.2015 bis 07.01.2016
Führungen für Gruppen nach Vereinbarung

Öffnungstage Weihnachten / Neujahr 2016/2017

Sonntag 25.12.2016 (1. Weihnachtstag)
Montag 26.12.2016 (2. Weihnachtstag)
Mittwoch 28.12.2016
Donnerstag 29.12.2016
Sonntag 01.01.2017 (Neujahr)
Mittwoch 04.01.2017
Donnerstag 05.01.2017

jeweils von 14.00 bis 16.00 Uhr


Offizieller Flyer des Zündholzmuseums Grafenwiesen

Infos:
Tourist-Info Grafenwiesen, Rathausplatz 6, D-93479 Grafenwiesen
Tel. +49 (0)9941/940317
tourist-grafenwiesen@t-online.de
www.deutsches-zuendholzmuseum.de


Mitglied im Verein Zündholzmuseum Grafenwiesen e.V. werden


Ausstellung 2016:

Im Rahmen der jährlichen Wechselausstellungen präsentiert das Zündholzmuseum Grafenwiesen "Trachten aus aller Welt auf Zündholzetiketten" und weist zugleich auf die Verbindung zum örtlichen Verein Heimat- und Volkstrachtenverein "Regentaler" - Grafenwiesen e.V. hin, da der ehemalige Betreiber der örtlichen Zündholzfabrik Johann Hubloher auch Gründungsvorsitzender des damaligen "Volks- und Gebirgstrachtenverein Regentaler" war.


Trachten aus aller Welt auf Zündholzetiketten

Grafische Darstellungen sogenannter „Volkstrachten“, waren beliebte Motive auf Zündholzschachteln oder -briefchen.

Da Zündholzschachteln ungefähr vierzig Mal zum Anstreichen eines Hölzchens in die Hand genommen wurde, eigneten sie sich hervorragend zur Vermittlung von Bild-Botschaften.

Im 19. Jahrhundert waren in bürgerlichen Kreisen künstlerisch hochwertige, idealisierte Trachtengrafiken sehr beliebt. Darstellungen vermeintlich ursprünglicher ländlicher Kleidung waren agrarromantische Gegenbilder zu Industrialisierung und
Verstädterung. Sie waren aber auch Mittel, die zur Stärkung des nationalstaatlichen Denkens beitragen sollten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand das Thema „Tracht“ Verbreitung auf Artikeln des Massenkonsums: auf Briefmarken, Zigarettensammelbildchen oder Zündholzschachteln.

Die Trachtenmotive zeichneten ein malerisch buntes Bild ihrer Herkunftsregionen.
Vor allem in touristisch geprägten Gebieten gehörten Trachtenserien zum folkloristischen Kanon von „Heimat“ –ähnlich wie Darstellungen von Landschaft oder Bauwerken. Sammelserien wurden als Souvenirs angeboten und waren beliebt bei Touristen und Zündholzsammlern.

Auch in Gebieten des früheren Ostblocks waren Trachtengrafiken auf Zündholzetiketten verbreitet. Sie dienten dort auch als Mittel, um das Bild einer intakten Gesellschaft zu festigen, die aus verschiedenen Kulturen und Regionen zu einem großen sozialistischen Einheitsstaat zusammengeschweißt werden sollte.

Das Zündholzmuseum reiht sich mit dieser Präsentation ein in die Ausstellungsreihe im Bezirk Oberpfalz „Tracht im Blick – Die Oberpfalz packt aus“. Gezeigt wird ein kleiner Ausschnitt aus dem mehrere hunderttausend Exponate umfassenden Sammlungsbestand.


Der Trachtenverein „Regentaler Grafenwiesen“

1927 wurde in Grafenwiesen am Weißen Regen der „Volks- und Gebirgstrachtenverein Regentaler“ gegründet. Sein Hauptzweck war es zunächst, die Freude am „Plattln“(Schuhplatteln) in Gemeinschaft zu pflegen.

Die Gründungsphase des Vereins fiel in die schwierige Zeit der Weltwirtschaftskrise.
Der örtliche Zündholzfabrikant Johann Hubloher konnte als Gründungsvorsitzender gewonnen werden – wahrscheinlich aus finanziellen Erwägungen.
Auch nachdem Hubloher 1929/30 die Zündholzfabrik verkauft hatte, hielt der junge Verein Kontakt zu dem Unternehmer, der mit seiner Familie nach Landshut zurück gezogen war.

In seiner Gründungsphase konnte der Verein acht Paare mit Trachten einkleiden.
Bei der Ausgestaltung und Zusammenstellung der Kleidungsstücke orientierte man sich anfangs am oberbayerischen Vorbild der zu dieser Zeit sehr bekannten Dachauer Tracht, weil im Bayerischen Wald regionale Vorbilder fehlten.Trachten waren damals längst aus dem Alltagsleben der ländlichen Bevölkerung des Bayerischen Waldes verschwunden.

Warum interessiert man sich aber für die vermeintlich regionaltypische ländliche Kleidung?
Die Initiative zur Vereinsgründung in Grafenwiesen kam von dem Grafenwiesener Max Gogeißl. Er und seine Brüder hatten sich in den 1920er Jahren zur Arbeitssuche ins Rheinland aufgemacht. Im Bayerischen Wald sahen sie zu wenige Verdienstmöglichkeiten. Fern der Heimat, in Duisburg, gründeten die Gogeißl-Brüder
Ende der 1920er Jahre den Heimat- und Gebirgstrachtenverein „Heimattreue Duisburg“. Die Idee zur Gründung eines Heimat- und Volkstrachtenvereins und die Leidenschaft zum oberbayerischen „Plattln“ brachte Max Gogeißl dann schließlich aus dem Ruhrgebiet in den Bayerischen Wald. In Grafenwiesen entwickelte sich eine so gute Tanzgruppe, dass viele Vereine in den Ort kamen, um das „Plattln“ zu lernen.

1954 änderte man den Vereinsnamen um in Heimat- und Volkstrachtenverein „Regentaler“ Grafenwiesen e. V. Auch eine eigene Vereinstracht wurde entwickelt.
Noch heute spielt der Verein im öffentlichen Leben der Gemeinde Grafenwiesen eine aktive Rolle.

Pressefotos bitte anfordern im Kulturreferat des Landkreises Cham,
Tel. 09971/78-218,
kultur@lra.landkreis-cham.de